Die Völklinger Hütte von 1930 bis 1949

///Die Völklinger Hütte von 1930 bis 1949
Die Völklinger Hütte von 1930 bis 19492018-02-09T10:39:57+00:00

Zeittafel zu wichtigen technischen Ereignissen der Völklinger Hütte 1881-1974

1930

Die Zieherei und Schälerei wurden eingerichtet und Ende des Jahres in Betrieb genommen.
Im Oktober wurde der Lichtbogenofen für Versuche von hochle­gierten Stählen in Betrieb genommen.
27. März: wurde die Halle 8 um 40 Meter verlängert.
In der Vergüterei wurde eine Schlangenbohrerwindemaschine aufgestellt.

1931

Das Kaltwalzwerk wurde mit 3 Walzgerüsten in Betrieb genommen. Im Kaltwalzwerk wurde das Walzgerüst »Steckelmill« aus USA für sehr dünne Bleche in Betrieb genommen.
31. August: Die Genehmigung zur Erweiterung der Stahlgießerei wurde erteilt.
Täglich wurden 100.000 Schlackensteine hergestellt bei einer tägli­chen Arbeitszeit von 6 Stunden (Ø 16.666 Steine pro Stunde).

1932

Die dritte große Halde von 1932-1951 wurde als Haldenbahn gebaut. Der Aufschüttwinkel betrug 22°.
Karusselldrehbank und Rundschleifmaschine wurden in der EBW in Betrieb genommen.
16. April: Das Patent über Rösten des vanadinreichen Auswurfs mit Soda von Dr. Zieler von den Röchling-Werken wurde angemel­det.

1933

Die ersten Pflastersteine aus flüssiger Hochofenschlacke von 16 cm3 wurden hergestellt.
Die Schlackensteinfabrik mit einer tägl. Arbeitszeit von 8 Stunden wurde in Betrieb genommen, ab Oktober arbeitete der Betrieb auf 2 Schichten.
Schwere Drehbank zum Vorschruppen der schweren Walzen wurde in der EBW aufgestellt.
In der Zementfabrik wurde die Erzeugung von Baugips aufgenom­men.
Patent über die Vanadingewinnung von Dr. Zieler wurde erteilt.

1934

September: Mit dem Bau einer Vanadingewinnungsanlage wurde begonnen. Vanadium ist ein sehr hartes Metall, Ferro-Vanadium-Legierung mit Eisen, als Stahlzusatz: Vanadiumstahl.
In der Blockputzerei wurden 2 Kokillendrehbänke in Betrieb genommen.

Eine Kaltwalzen-Schleifmaschine (Ø 800 mm) wurde in der EBW in Betrieb genommen.
Die Erweiterung der Blattfedernfabrik wurde aufgenommen.
Die Genehmigung zum Neubau der Kaltwalzwerkhalle mit Beiz-und Buckelhalle wurde am 1.3. 1934 erteilt.
Der Ausbau der Spiralfedernfabrikation wurde begonnen.
Kaltwalzwerkhalle wurde erweitert und eine Turmofenanlage mit Walzwerk errichtet.

1935/1936

Ein neuer elektrischer Turmglühofen wurde aufgestellt.
Eine Spezialmaschine für die Herstellung von Spezialfedern wurde aufgestellt.

1935

Mit dem Walzen von Spiegelblech und Rasierklingen wurde begonnen.
Die Pflastersteinanlage wurde ausgebaut von 60 auf 80 Beete.
Eine neue Federnwickel-und Schmiedemaschine wurde aufge­stellt.
7. Dezember: wurde der Stoßofen 1 im Elektro-Walzwerk in Betrieb genommen.
Die Schmiedepresse wurde in eine Schnellpresse umgebaut.

1936

Die »Röchling’sche Eisen-und Stahlwerke AG« und »Edelstahlwerk Röchling AG» wurden in »Röchling’sche Eisen-und Stahlwerke GmbH» umgewandelt.
Zum Neubau einer Teerschotteranlage wurde die Genehmigung erteilt.

1937

Eine Umstellung und Erweiterung der Blattfedernfabrik wurde vorgenommen.
Mai: wurde die zweite Zementmühle in Betrieb genommen.
Im Hammerwerk wurden ein 1250 kg und ein 500 kg Hammer aufgestellt.
Eine 10-gerüstige Bandstraße 11 einschließlich Stauchgerüst wurde erbaut.
Im Kaltwalzwerk wurde die Anlage zur Herstellung von Band­stahl, Roneusil und V 24 errichtet (Röchling neu silber).
Die Straße 9 für breite Bänder im Edelstahlwalzwerk wurde für Bänder bis 1000 mm ausgebaut.
Die Genehmigung für den Bau der Schraubenfedernfabrik am Nauweilerweg wurde am 4.7. erteilt.
Der Elektroofen 2 mit 25 t wurde gebaut und am 6. März 1938 in Betrieb genommen.

1938/1939

Die Walzendreherei der EBW wurde verlängert.

1938

Martinofen 1 und 2 wurden von 40 Tonnen auf 60 Tonnen umge­baut.
Im Hammerwerk wurde ein 2.500 kg-und ein 750 kg-Hammer in Betrieb genommen.

1939

1. Februar: Genehmigung zur Erweiterung der Kaltwalzwerkhalle wurde erteilt.
Martinofen 3 wurde von 40 Tonnen auf 60 Tonnen umgebaut.
Der Maschinenpark der EBW wurde weiter ausgebaut.
In der Federnfabrik wurde mit der Herstellung von Schraubenfe­dern begonnen.
Teile der Einrichtung der Blattfedernfabrik wurden nach Wetzlar evakuiert.
Alle Hochöfen der Hütte wurden gedämpft.
Die Hütte beschäftigte 9.752 Arbeiter und 1.239 Angestellte = 10.991 Mitarbeiter.
3. September: Freimachung der roten Zone, zu der auch Völklingen gehörte. Die Bevölkerung wurde ins Reichsinnere evakuiert. Die Stadt Völklingen hatte bei Kriegsbeginn 39.300 Einwohner. Die Westwallbunker im Stadtgebiet Völklingen wurden besetzt.

1945

Werksfeuerwehr und Gasschutz mit 18 Mann in ständiger Bereit­schaft.
März: Fertigputzerei der Stahlgussgießerei in Betrieb genommen.
März: Drahtseilbahn zur »Derler Kipp« in Betrieb genommen.
12. April: Wiederinbetriebnahme der Vergüterei mit 4-6 Härteöfen und Glühöfen.
Wiederaufbau der Schlackenbrücke nach Wehrden. 1000 Tonnen gebrannter Kalk, der auf Lager lag, wurde an Torhaus 1 in Einzelfuhren an die Leute zu Bauzwecken abgegeben.
April: Wiederinbetriebnahme der Thomasmühle.
1. Mai: Aufräumungsarbeiten in der Federnfabrik aufgenommen.
17. Mai: Kraftwerk II -Turbine 5 mit Kesseln in Betrieb genommen.
25. Mai: Wiederinbetriebnahme der Kokerei.

Mai: Aufräumungsarbeiten in der Graugussgießerei aufge­nommen.
Mai: Streckengestell-Produktion in der Konstruktionswerkstatt aufgenommen.
Mai: Wiederinbetriebnahme und Produktion der Saardrahtwerke in Luisenthal.
Mai: Aufräumungsarbeiten in der Edelstahl-Bearbeitungswerkstatt (EBW) ausgeführt.
Juni: Die Hauptgleise auf dem Rohstofflager wurden instandgesetzt, um noch herumstehende Wagen entleeren zu können.
Ebenso die Gleise zur Zementfabrik, um noch am Hochofen gelagerten Schlackensand dorthin bringen zu können.
Juni: Lehrbetrieb im Bau 119 aufgenommen.
Juni: Hammerwerk in Betrieb.
30. Juni: Im Thomasstahlwerk nahmen die ersten Leute die Arbeit wieder auf.
Juli: Formerei der Stahlguss­gießerei in Betrieb genommen.
Juli: Schreinerei der Invalidenwerkstatt wieder in Betrieb.
14. Juli: Seilbahn nach Hostenbach in Betrieb genommen.
16. Juli: Erster Elektro-Schmelzofen (Hochfrequenzofen aus Frank­reich) in Betrieb genommen.
17. Juli: Walzenstraße 9 im Edelstahlwalzwerk in Betrieb.

18. Juli: Mit der Zementmahlung wurde begonnen.
August: Nachdem die Seilbahn in Betrieb war, setzte in den Betrie­ben in größerem Umfang die Beseitigung von Schutt ein, der dem Hochofenbetrieb zur Beförderung auf die Schutthalde zugewiesen wurde.
August: Walzenstraße 9 im Edelstahlwalzwerk wegen Blockierung der Bestände stillgesetzt.
September: begann die Vorbereitung zur Inbetriebnahme der Hochöfen 5 und 6.
September: Papiersackfabrik auf der Fenne wieder in Betrieb.
1. September: Planmäßiger Ausbildungsbetrieb und Schulunter­richt aufgenommen.
10.September: Erstmalige geschlossene Übergabe von Güterwagen durch die Reichsbahn.
17. September: Explosion in den Heizzügen der Kokerei durch Ausbleiben des Gases.
1. Oktober: Wagenreparaturwerkstatt in Betrieb genommen.
November: Spielwarenfabrikation in der Schreinerei der Invali­denwerkstatt (AIW) aufgenommen.
12. November: Kohlenwäsche in Betrieb genommen.
20. November: Batterie 4 der Kokerei in Betrieb genommen.
21. November: Belieferung der Stadt Völklingen und Rockershausen mit Leuchtgas.
23. November: Drehofen der Zementfabrik wieder in Betrieb.
24. November: Walzenstraße 1/2 in Betrieb genommen.
25. November: Vorbereitungsarbeiten zur Wiederinbetriebnahme der Hochöfen, Winderhitzer, Maschinen und Leitungen waren beendet.
26. November: Tiegelofen der Metallgießerei in Betrieb genommen.
27. November: Kalkofen wurde mit 2 Feuern in Gang gesetzt.
28. November: Belieferung der Gemeinde Bous mit Leuchtgas.

Dezember: Schlackensteinfabrik wieder in Betrieb.
4. Dezember: nachmittags 16:00 Uhr wurde der Hochofen 5, der erste im Saarland, durch Frau Grandval, der Gattin des Militär­gouverneurs in Gegenwart von Vertretern der französischen Militärbehörde, der deutschen Zivilbehörde, der Presse und der Werksleitung angezündet. Der Ofen 6 hatte Windstörungen und wurde später angezündet.
5. Dezember: Walzenstraße 3/4 in Betrieb genommen.
8. Dezember: Im Thomasstahlwerk wurde die erste Charge gebla­sen.
10. Dezember: Wiederinbetriebnahme der Walzenstraße 5/6.
19. Dezember: Walzenstraße 7 wieder in Betrieb genommen.

1946

18. August: Verlängerung der alten Walzendreherei und seitlicher Anbau.
23. August: Genehmigung zum Neubau der Peschkalk-Brikettierungsanlage erteilt.
26. August: Genehmigung zum Bau eines neuen Kupolofens in der Graugussgießerei.
28. August: Genehmigung zur Errichtung von zwei Silos für Tho­masmehl erhalten.

1948

Blockstraße wurde vom Thomasstahlwerk getrennt.
Einweihung des »Hüttenkindergarten« am Leh.

1949

Juli: Aufnahme der Erzeugung von Kaltprofilen auf der Hütte unter Direktor Charles Sauzeau.
Stoßofen 1 im Edelstahlwalz­werk gebaut.
17. Oktober: Neubau einer Klär­anlage für die Abwässer der Teerdestillation.
20. Oktober: Holzhalle an der Kaltprofilierung aufgestellt.
27. Oktober: Genehmigung zum Bau einer Schlackengranulieranlage am Hochofen Nr. 6.