Von 1960 bis 1969

Von 1960 bis 19692018-01-04T15:59:23+00:00

1960

Januar: erfolgte die bargeldlose Lohnzahlung für Lohnempfänger. Ende des Jahres waren es schon 4.000 bargeldlose Lohnempfänger. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Wahl der Banken und Spar­kassen freigestellt ist.
4. April: Die Omnibuslinie zur Siedlung Fürstenhausen wurde in Betrieb genommen.
Ostern: wurde von dem Landkreis Saarbrücken eine neue Mit­telschule erstellt. Der Erste Bauabschnitt in der Heinestraße bereits abgeschlossen. Damit stehen der Mittelschule elf Klassenräume und ein Verwaltungsraum zur Verfügung. Einweihung des ersten Bauab­schnittes.
1. Juli: Die Zweigstelle der Stadtsparkasse Luisenthal wurde im Neubau eröffnet.
Viele Völklinger fuhren nach Metz zum Etappenziel der 47. Tour de France, um den Völklinger Lothar Friedrich zu begrüßen. Völklin­gen ruft: »Lothar halte aus!«
Wasser-Quellengewinnung im Stollen Geislautern geht außer Betrieb.
5. August: Endgültiger Abschied von der Völklinger Straßenbahn.
Die Feuerwehr der Röchling’schen Eisen-und Stahlwerke wurde 60 Jahre alt. Aus diesem Anlass fand eine Stützpunktübung der Stadtfeuerwehr und der Hüttenfeuerwehr statt.
9. September: Verstarb der ehemalige Bürgermeister Dr. Anton Tinnes in Bad Kreuznach.
Mit 1.993 Einwohnern erreichte der Stadtteil Hermann-Röchling-Höhe seine höchste Einwohnerzahl.
Die neue Saarbrücke Luisenthal-Stangenmühle-Fenne wurde für den Verkehr freigegeben.
Der Rammelter Wetterschacht auf dem Heidstock wurde abgerissen und verfüllt.

1961

Das Kaufhaus Woolworth eröffnete in der Rathausstraße.
Einwohnerzahlen in den Stadtteilen: Heidstock 4.613 Einwohner, Fürstenhausen 3.700 Einwohner, Fenne 1.971 Einwohner, Geislau­tern 4.195 Einwohner.

1962

Im Rahmen des sozialen Woh­nungsbaues wurden auf dem Wehr­dener Berg 400 Wohnungen erstellt, davon 200 in fünf neungeschossigen Hochhäusern.
7. Februar: ereignete sich die schwerste Schlagwetter-und Koh­lestaubexplosion im Saarbergbau auf der Grube Luisenthal. 298 Bergleute fanden den Tod. 53 Bür­ger unserer Stadt waren zu bekla­gen. Es wurde Staatstrauer angeord­net.

Waren auch die übrigen Gebäude der Realschule in der Heinestraße vollendet; damit umfasste der gesamte Komplex mit der Verwaltung 24 Klassenräume und Funktionsräume, eine Turn-und Gymnastikhalle und eine Hausmeisterwohnung. Die feierliche Einweihung der Schule fand im Juni des gleichen Jahres statt.
Die Stadtwerdung Völklingens und die Eingemeindung der bisher amtsangehörigen Gemeinden feierten zum 1. April 25 Jahre Stadt Völklingen.
13. Mai: der Gedenkstein auf der Hermann-Röchling-Höhe zu Ehren des Gründers wurde eingeweiht.
1. Juni: wurde mit den Bauarbeiten für das Hallenbad begonnen.
Völklingen zählte 42.107 Einwohner.
Juni: wurde der Köllerbach verrohrt und kanalisiert, gleichzeitig wurde der Bach verlegt.
Juni: wurde in der Gemarkung »Mündgesgrund« ein Wildpark von 11,2 ha eröffnet. Der Wildpark beherbergte Rot-und Damwild.
21.September: Die Elektrischen Fahrleitungen im Bahnhof Völk­lingen standen unter Spannung.

1963

Mit Neubauten von der »Traubenblüte« bis Foto Paar wurde begon­nen. Zur selben Zeit wurden die Arkaden bis Reutler erbaut.
Annahme des Planentwurfs zum Bau des Neuen Rathauses. Die Häuser im Mühlgewann wurden abgerissen.
27. Oktober: Grundsteinlegung der Evangelischen »Erlöserkirche« auf dem Heidstock. Architekt: Prof. Krüger, Saarbrücken; Bauunter­nehmer: Alfred Müller, Völklingen. Die Einweihung erfolgte: am 28. März 1965.
28. Oktober: Die Zweigstelle der Stadtsparkasse in der Hohenzol­lernstraße im Haus Selzer wurde eröffnet.

1964

1. März: St. Konrad war bisher eine Filiale von St. Michael. Sie wurde zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Der Pfarrer der neuen Pfarrgemeinde wurde Gottfried Rohr.
Im Alten Brühl wurde eine neue Federnfabrik von den Röchling-Werken erbaut. Die Hauseigentümer wurden angemessen entschä­digt, einfache Mieter gingen leer aus.
1. Juni: Die Rohbauarbeiten am Hallenbad waren abgeschlossen.
13. September: Grundsteinlegung der Katholischen Kirche »St. Hedwig« Wehrden. Bauunternehmer: Alfred Müller, Völklingen, und R. Hewener aus Wadgassen. 1. Spatenstich: 14. Juli 1964; Archi­tekt: Werner Krauser & Bernhard Kiwitter, Saarbrücken; Richtfest: 11. Juni 1965; Einweihung: 19. Dezember 1965.
13. September: Grundsteinlegung zur Katholischen Kirche »St. Anto­nius« Fenne. Architekt: Conny Schmitz; Bauunternehmer: Edgar Schönlaub, Völklingen; Konsekration: 11. Juli 1965.
18. September: erfolgten die Planierungs-und Aus­schachtungsarbeiten für den Rathausneubau im Mühlgewann.
23. September: stand der Bahnhof Völklingen unter Strom. In einer Feierstunde wurde von dem Wirtschaftsminister Eugen Hutmacher und Dr. Ziller, Präsident der Bundesbahndirektion Saarbrücken, der Strom auf das Netz im Bereich des Völklinger Bahnhofs eingeschal­tet. Der Abriss und die Auflösung des Bahnbetriebswerks Völklin­gen erfolgte durch die DB. Das große Bahnbetriebswerk der Reichs­bahn wurde 1930 erbaut.
27. September: wurde die Stadt Forbach eine Partnerstadt der Stadt Völklingen.
Wurde die Trolleybuslinie nach Wadgassen auf Omnibusbetrieb umgestellt.

1965

1. Januar: erhielt die Stadt Völklingen die Rechtsstellung einer Mittelstadt.
Das Wasserwerk am Simschel hatte eine Kapazität von 600 Kubik­metern und war bis 1965 in Betrieb. Rund um das Wasserwerk
befanden sich mehrere Quelleinfassungen und Bohrlöcher.
7. April: Grundsteinlegung der Neuapostolischen Kirche Völklingen in der Heinestraße, Architekt: Georg Heusel, Völklingen; Bauunter­nehmer: Josef Roeder, Geislautern; Einweihung: 25. September 1966.
27. April: wurde die Schlossparkschule in Geislautern ihrer Bestim­mung übergeben. Die Figurengruppe wurde von dem Völklinger Bildhauer Werner Bauer geschaffen.
30. Juni: Mit dem Bau des Jugendfreizeitheims in der Stadionstraße wurde begonnen.
16. September: Einweihung des Denkmals St. Barbara für die Opfer der Kohlenstaubexplosion auf der Grube Luisenthal, vom Wadgas­ser Bildhauer Lothar Messener geschaffen.
7. November: Abriss der Kamine vom Kraftwerk Luisenthal.
24. November: wurde der Grundstein zum Neuen Rathaus im Mühlgewann gelegt.
Umzug vom Knappschaftskrankenhaus Völklingen in das neue Krankenhaus nach Püttlingen. Teile des alten Knappschaftskranken­hauses wurden von der Hütte belegt.

1966

14. Februar: Die Zweigstelle der Stadtsparkasse Wehrdener Berg wurde im Neubau eröffnet.
1. April: wurde das Hallenbad in Betrieb genommen und der Bevöl­kerung übergeben.

4. Juni: Erfolgte die Umstellung des Abschnitts nach Ludweiler und der Omnibuslinie Püttlingen-Völklingen-Großrosseln. Damit war auch der Betriebszweig Omnibuslinie mit Schaffnerbetrieb durch den Omnibus-Einmannbetrieb ersetzt worden.
7. Juni: Beginn mit dem Bau der Saarland-Raffinerie der Saarberg AG in Fürstenhausen. Betriebsbereit war die Anlage seit 28. Juli 1967. Das erste Rohöl war am 14. September 1967 über Rohrleitung (Pipeline) eingetroffen. 1985 wurde die Saarlandraffinerie stillgelegt und von Saarberg abgebaut.
2. September: Fertigstellung des Rohbaues und Richtfest am Neuen Rathaus.
Ende des Jahres: war das neue Gemeindezentrum mit Kindergarten der evangelischen Erlöserkirche auf dem Heidstock fertiggestellt.
19. Dezember: Die Zweigstelle der Stadtsparkasse Geislautern wurde im Neubau eröffnet.
22. Dezember: Die Zweigstelle der Stadtsparkasse Heidstock wurde im Neubau eröffnet.

1967

9. Januar: wurde der katholische Kindergarten der Kirchengemein­de St. Konrad auf der Hermann-Röchling-Höhe in der Darmstädter Straße eröffnet.
13. Februar: Die Omnibuslinie nach Schaffhausen wurde in Betrieb genommen.
Nachdem »Filmbühne« und Möbelhaus Dernbecher abgerissen waren, wurde das Kaufhaus Woolworth erweitert.
4. Juni: Einstellung der Völklinger Oberleitungslinie von Völklin­gen nach Püttlingen und Großrosseln; der Omnibus verabschiedete sich nach 16½ Jahren aus dem Stadtgebiet Völklingen.
1. Juli: Die Zweigstelle der Stadtsparkasse Fürstenhausen wurde nach Verlegung eröffnet.
1967-1972: Der sprunghaft gewachsene Autoverkehr nach dem Krieg führte zu einer totalen Überlastung der Durchgangsstraßen in Wehrden. Abhilfe konnte nur eine Umgehung des Ortes ermöglichen.
Daher wurde der Ausbau der B 406 von Fürstenhausen bis Wadgas­sen und damit in Wehrden der Bau einer Rosseltalbrücke beschlos­sen. Die Brücke wurde in der Zeit von Mai 1967 bis September 1970 errichtet. Sie ist 500 m lang, 19,50 m breit und ruht auf 12 Pfeilern. Im Bereich der Rossel erreicht sie eine Höhe von 25 m über dem Erdboden. Am 1. September 1972 wurde das Teilstück der B 406 für den Verkehr freigegeben.
Kraftwerkbau Fenne III. Nach dem Neubau und der Erweiterung der Bekohlung im Jahre 1965 wurde in diesem Jahr ein neues Kraft­werk mit einem 163 MW Block angefahren. Der mit Kohlenstaub gefeuerte Kessel hatte 2 Schmelzkammern in Boxenanordnung.
Dieser Kraftwerksblock lieferte seine elektrische Leistung ins öffent­liche Netz.

1968

29. Februar: Die Zweigstelle der Stadtspar­kasse in der Rathausstraße wurde im Haus Hoffmann eröffnet.
1968-1974: war Hans Fischer Bürgermeister der Stadt Völklingen. Er wurde am 10. Sep­tember 1913 in Ludweiler geboren, und ver­starb am 7. Dezember 2002 in Saarbrücken. 1955 war Hans Fischer Justitiar der Stadt und später hauptamtlicher Beigeordneter. Nach der Erhebung Völklingens zur Mittelstadt wurde Hans Fischer Bürgermeister; 1969 am 11. März wählte ihn der Stadtrat zum Oberbürgermeister.
Juni: wurde mit den Bauarbeiten für das neue Postgebäude auf dem Marktplatz begonnen.
6. Juni: Das 50-jährige Geschäftsjubiläum der Passage-Kaufhaus AG, deren jüngstes Kind das Kaufhaus in Völklingen war, gab den Theis-Filmbetrieben den Anlass, den Film über die Erinnerungen an Völklingen vor 40 Jahren uraufzuführen.

Wurde die Wasseraufbereitungsanlage auf dem Hohberg in Wehrden in Betrieb genommen.
1968-1989: Raymund Durand wurde am 16. Dezember 1968 zum Bürgermeister gewählt. Im Jahre 1974 am 26. Juni wurde Raymund Durand zum Oberbürgermeister ernannt. Raymund Durand wurde am 4. Februar 1924 in Völklingen geboren.
Das Jugendfreizeitheim in der Stadionstra­ße wurde für die Jugend eröffnet.
Im Zuge der Verkehrsplanung wurde das Knappschaftskrankenhaus abgerissen.
20. Oktober: Grundsteinlegung des »Königreichsaals der Zeugen Jehovas« in Völklingen in der Gerhardstraße; Architekt: Heinz Lucks, Saarwellingen. Erbaut durch Eigenleistung der Zeugen Jeho­vas, Einweihung: 27. Januar 1970.
Erschließung der Gemarkung »Rittersbach« durch die Baugenos­senschaft 04.
Grabungen auf dem Heidstock. Die primitive Art der Befestigung lässt vermuten, dass das Kastell aus keltischer Zeit stammt. Weitere Ausgrabungen erfolgten 1968 und 1972. Im Jahre 1978 wurden die Fundamente wieder zugeschüttet. Die Stadt und das Landeskonser­vatoramt hatten kein Interesse an weiteren Ausgrabungen.
25. Dezember: Otto Hemmer verstarb in Völklingen.

1969

12. Februar: sprach sich der Stadtrat mit Mehrheit für den Cor-Ten-Stahl als Fassadenverkleidung für den Rathausneubau aus. »Eine Verkleidung für die Ewigkeit«. Von vielen Fachleuten wurde der hohe Korrosionswiderstand des Stahls hervorgehoben. Wie sich später herausstellte, eine Fehlentscheidung des Stadtrats. Das Rat­haus wurde von der Bevölkerung der »rostige Ritter« genannt.
2. Mai: Einführung der Schnellbus-Linie Völklingen-Saarbrücken.
Erweiterung der Kokerei Fürstenhausen.
Der DRK-Ortsverein Völklingen feierte sein 75 jähriges Bestehen.
Mit dem Architektenpreis für den Neubau der Stadtwerke in Geislautern wurde der Architekt Karl Hanus, Saarlouis, ausgezeich­net.
Hans Heinz Fischer, FDP, wurde Oberbürgermeister der Stadt.  Raymund Durand, SPD, wurde Bürgermeister, Erster Beigeordneter: Heinrich Schüssler, CDU. Zu ehrenamtlichen Beigeordneten wurden gewählt: Karl Pöhlemann FDP und Heinrich Seelbach, SPD.
Sitze im Stadtrat in der laufenden Wahlperiode: SPD = 16, CDU = 13, FDP= 4, DKP= 3, FBL= 3.
19. Mai: übergab Oberbürgermeister Fischer den Verkehrskreisel am Amtsgericht und das Anschlussstück zur Fürstenhauser Brücke dem Verkehr.
Die Stadtwerke kauften das Umspannwerk in der Völklinger Sta­dionstraße, gleichzeitige Umstellung der Versorgungsspannung von 10000 Volt auf 35000 Volt.
14. Juli: Beginn der »Roten Punkt Aktion« in der Stadt. Militante bestimmten über zwei Wochen das Geschehen in der Stadt. Sie stürmten den Sitzungssaal im »Alten Rathaus« mit roten Fahnen und sangen die Internationale, andere militante Einheiten lieferten sich Geplänkel mit der Polizei. Es entstand in den zwei Wochen großer Sachschaden.

7. August: waren der Bundespräsident Dr. Gustav Heinemann, und der Ministerpräsident des Saarlandes, Dr. Franz Röder, in der Stadt Völklingen und auf der Völklinger Hütte zu Besuch.
1. September: wurde das Progymnasium im Aufbau, das auf dem Gelände der ehema­ligen Bergschule Geislautern erbaut wurde, mit 272 Schülern einge­weiht. Zum ersten Direktor wurde Werner Hermann ernannt. Der II. Bauabschnitt wurde fertig gestellt.
13. Oktober: Eine Verlängerung der Omnibuslinie Hermann­-Röchling-Höhe-Bous wurde einge­führt.