Mythos Gründerzeit

Mythos Gründerzeit2018-02-10T00:34:47+00:00

Grußwort von Oberbürgermeister Klaus Lorig

Der Mythos der „Gründerzeit“, dem sich die Völklinger Mythenjäger in diesem Jahr widmen, beschreibt eine Zeit vor unserer Zeit, in der Lebensgefühl und Lebenswirklichkeit sich vollkommen anders darstellten und in der dennoch die Realität der Gegenwart wurzelt.

Das Völklingen der Achtziger- und Neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts war eine kleine, vielversprechende Gemeinde mit großen Zukunftsaussichten aber sie wurde geplagt von vielen drängenden aktuellen Problemen.

Der Bevölkerungszuwachs erfolgte zum Beispiel so schnell, dass ernste Wohnungsprobleme auftraten, die nur in enger Zusammenarbeit von Gemeindeverwaltung und dem Industriepatriarchen Carl Röchling gelöst werden konnten.

Obwohl „Carl der Kühne“ zu keiner Zeit in Völklingen wohnte, verdankt ihm die heutige Stadt ihre Existenz, und den besseren Teil ihrer Geschichte.

Auch heutzutage plagen die Mittelstadt vielfältige Sorgen, die in den späten siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ihren Ausgangspunkt nahmen. Völklingen ist und bleibt eine Stadt mit Industrie und Industrie-Kultur, eine Stadt mit Zukunft!

Klaus Lorig
Oberbürgermeister der Stadt Völklingen

Grußwort von
Ellenruth Freifrau zu Gemmingen-Hornberg

Mein Urgroßvater Carl ist eine Legende, ihm wurde das Glück zuteil in einer Zeit zu leben, in der er seine vielen Talente bestmöglich und zum Nutzen der Firma einsetzen konnte. Alles andere hatte mit Glück wenig zu tun. Sein großer geschäftlicher Erfolg war das Ergebnis stetiger Arbeit und die Folge mutiger aber richtiger Entscheidungen.

Sein Weitblick konnte für sein Umfeld zuweilen dramatische Konsequenzen haben. Die Welt der Schwerindustrie, seine Welt, veränderte das Saarland, die Lebensumstände seiner Bevölkerung und die Wahrnehmung der einst unbedeutenden Grenzregion „aus dem Reich“ heraus.

Kohle und Stahl machten das Saarland wohlhabend aber auch zum begehrten Unterpfand in schrecklichen Auseinandersetzungen, die mein Urgroßvater nicht mehr erleben musste.

Ich freue mich, dass die Völklinger Mythenjäger ihm, dem großen Unternehmer, mit dieser Schrift und einem ungewöhnlichen öffentlichen Auftritt, in der Hüttenstadt ein kleines mediales „Denkmal“ setzen wollen, einen wohlüberlegten Kontrapunkt in einer an uninformierter, gleichwohl verletzenderen Polemik so reichen Debatte.

Ellenruth Freifrau zu Gemmingen-Hornberg

Mitwirkende

Herausgegeber: Stadt Völklingen, Volkshochschule
Zusammengestellt von: VHS-Arbeitskreis „Alles Mythos oder was?“ – Die Völklinger Mythenjäger
Konzeption und Redaktion: Hendrik Kersten
Texte: Susanne Rist, Hendrik Kersten
Bildnachweis: Michael Samsel, Horst Schillinger, Archiv Saarstahl AG, Stadtarchiv Völklingen