Die Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit der Ausschüsse2018-02-06T13:54:14+00:00

Der Clubdienst

Es ist die Aufgabe des jeweiligen Präsidenten, Ausschüsse einzusetzen. Und so gibt es neben den zentralen Ausschüssen wie dem Mitgliedschaftsausschuss, dem Gemeindienst, dem Berufsdienst und dem Jugenddienst auch immer wieder Ad-hoc-Ausschüsse, etwa der Togoausschuss. Diese beschäft igen sich mit besonderen Aufgaben. Von einem der Regelausschüsse, dem Clubdienst, haben sich keinerlei Unterlagen im Archivbestand erhalten. Gelegentlich finden sich Notizen in Protokollen und Berichten, dass es sehr wohl einen Clubdienst gegeben hat und aktuell auch gibt. So heißt es in der Festschrift zur 30-Jahr-Feier, der Clubdienst habe unter dem Vorsitz von Jürgen Echterhoff einen Rad- und Wanderabend im Warndtwald und ein Benefizkonzert in Uhrmachershaus in Köllerbach zugunsten der Martinskirche in Köllerbach organisiert. Der Clubdienst selbst aber hatte zwischenzeitlich seine Hauptaufgabe darin, den Kontakt zu alt gewordenen Freunden aufrechtzuerhalten, die aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr am Meeting teilnehmen können. Leider bezeugen die gelegentlich vorgekommenen Austritte betagter Freunde, dass dieses Segment rotarischen Lebens eine echte Herausforderung ist. Jüngere Freunde kennen die älteren bzw. alt gewordenen Freunde nicht und umgekehrt. Clubdienstarbeit kann also nur funktionieren, wenn die gesunden älteren Freunde den Kontakt zu den kranken alten Freunden halten.

Der Mitgliedschaftsausschuss

Der Mitgliedschaftsausschuss hat eine andere Dignität als die sonstigen Clubausschüsse, weil er nicht vom Präsidenten ernannt, sondern vom Club in der Clubversammlung in geheimer Wahl zu wählen ist. Bis 2013 wurden die Ausschussmitglieder – vom ersten Ausschuss abgesehen – für drei Jahre gewählt. Wiederwahl war unbegrenzt möglich. Seit 2013 werden die Mitglieder für die Dauer von vier Jahren gewählt; eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Der Mitgliedschaftsausschuss soll die Vorschläge zur Aufnahme überprüfen, die – von einzelnen Mitgliedern eingebracht – ihm vom Vorstand übergeben werden. Er achtet „insbesondere [darauf ], ob Charakter, geschäftliche und gesellschaftliche Stellung sowie Beruf des zur Mitgliedschaft Vorgeschlagenen diesen zur Aufnahme geeignet erscheinen lassen“. Neben dem Vorschlagenden gab es bis in jüngste Vergangenheit zwei Paten, die den Neuaufgenommenen zu begleiten hatten.

105 Mitglieder gehörten in den vierzig Jahren seit Bestehen dem Völklinger Club an; 21 sind im Laufe der Clubgeschichte als Rotarier verstorben. 40 weitere Personen haben den Club aus sehr verschiedenen Gründen verlassen. 44 Mitglieder zählt der Club im Jubiläumsjahr, darunter noch vier Gründungsmitglieder, und zwar die Freunde Gerd Kalbhenn, Eberhard Krauss, Rolf Oldewage und Heinrich Schüssler.

Der Internationale Dienst

Die Arbeit des Internationalen Dienstes besteht im Wesentlichen in der Pflege der Kontakte zum Partnerclub La Bassée-Les Weppes. Da die Partnerschaftsarbeit aber ein Schwerpunkt der Arbeit des Rotary Clubs Völklingen ist, wird darüber an anderer Stelle ausführlich berichtet.

Traditionell fand jeweils pro Jahr ein Besuch hier und dort statt. Besondere Termine verlangten aber einen besonderen Einsatz: So besuchten die Völklinger Rotarier die Freunde in La Bassée zu ihren Charterfeiern und umgekehrt. Und da die Völklinger im Turnus von rund vier bis fünf Jahren seit 1997/98 Sprachenwettbewerbe mit den Völklinger Schulen durchführten, die die Rotarier in La Bassée bewerteten, kam auch eine kleine Delegation aus Frankreich zur
Preisverleihung ins Alte Rathaus nach Völklingen. Daneben wurden in Zusammenarbeit mit dem Jugenddienst Jugendcamps organisiert, etwa vom 13.-15. September 1986. Alle übrigen Treffen dienten nicht nur der Pflege der Freundschaft über die Grenzen hinweg, sondern ermöglichten es zudem, gemeinsam etwas aus dem anderen Land zu entdecken.

Der Gemeindienst

Der Gemeindienst plant die Projekte des Clubs in enger Bindung an den Vorstand des Gemeinnützigen Vereins, der die Gelder aus Spendenmitteln bereitstellt, und an den Clubvorstand, der vor dem Club die jeweiligen Projekte zu vertreten hat. Neben den Protokollen von 1979 bis 2014 liegen Informationen zu den einzelnen Projekten vor, die das Spektrum der Arbeit aufzeigen. Häufig dienten Benefi zkonzerte dazu, für das soziale Engagement weitere Geldmittel zu akquirieren.

Ein großer Bereich der Aktivitäten des Gemeindienstes war und ist die Migrationsarbeit: Die Situation der Mittelstadt Völklingen als Industriestandort mit vielen Arbeitnehmern und ihren Familien mit Migrationshintergrund beschäftigte den Club immer wieder, und es gehörte zu den vornehmsten Aufgaben des Gemeindienstes, besonderes Engagement in der Integrationsarbeit zu zeigen. Der Rotary Club hat sich von Anfang an bemüht, Kontakte zu knüpfen und Hilfe anzubieten, um Barrieren zu überwinden. Um nicht über die Betroffenen zu reden, sondern mit ihnen, fand etwa am 6. Februar 1980 ein interessantes Meeting statt, zu dem türkische Gäste eingeladen waren, um mit ihnen über die Probleme der türkischen Gastarbeiter in Deutschland und Möglichkeiten der Abhilfe und Verbesserung zu diskutieren. […] Als Haupthindernis für eine Integration der türkischen Gastarbeiter ergab die Diskussion neben der Sprachbarriere, das durch die Religion geprägte, ganz andersartige Verhalten den Mitmenschen gegenüber. Hier wurde vor allem herausgestellt, daß die Rolle der türkischen Frau in der Gesellschaft ein großes Hindernis für eine Anpassung an unsere Lebensgewohnheiten darstellt.

Das Engagement zur Integration türkischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Völklingen wurde 2006/07 fortgesetzt, als Frau Sevim Tasci im Auftrag der Stadt die türkischen Mütter zu Hause aufsuchte und sie für einen Deutschkurs gewinnen sollte. Aus dem Gemeindienst waren es vor allem Hans Georg Rosenstock und Lutz Beyer, die den Kontakt zu Sevim Tasci pflegten. Am 13. September 2006 referierte Frau Tasci im Club; Michael Oberhausen hielt als Sekretär das Projekt en detail fest.

In der Stadt Püttlingen, die ebenfalls zum Clubgebiet des Rotary Clubs Völklingen gehört, wurde die Bürgerinitiative „Rumänien direkt“ gegründet. Das Püttlinger Stadtratsmitglied Ernst Schmitt, Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins „Rumänien direkt“, erhielt u.a. für diese Arbeit das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse aus der Hand der Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. 1980 unterstützte der Rotary Club die Aktivitäten des Vereins zum ersten Mal. Rund zehn Jahre später kam es zu einer Neuauflage; am 16. Januar 1991 informierte der Club in Uhrmachers Haus in Köllerbach erneut über die Arbeit des Hilfswerks.

In Zusammenarbeit mit dem Berufsdienst engagierte sich der Gemeindienst konkret in Projekten zur Förderung von Jugendlichen. In der Stadt Püttlingen hatte sich die Erwerbslosen-Selbsthilfe (ESH) gegründet; federführend waren Dieter Robert, Toni Job und Bürgermeister Rudolf Müller, der von 1979 bis 1982 selbst dem Rotary Club Völklingen angehörte und aufgrund seiner beruflichen Belastungen ausgeschieden war. Im November 1983 konnten zwölf Ausbildungsplätze
angeboten werden. Zu den konkreten Hilfen gehörte dann auch, für die ESH Püttlingen Maschinen für die Ausbildungswerkstatt zu organisieren. Durch die Vermittlung von Hans Georg Rosenstock kamen im September 1984 zwei Hobelbänke, eine Eisensäge und eine Drehbank von Arbed Saarstahl in den Besitz der ESH.

Nach der Jahrtausendwende machte das Schlagwort „Hands-on-Projekt“ im Völklinger Club die Runde. Im Jahre 2007 sanierte der Club großenteils in Eigenarbeit die Konzertmuschel im Park von Haus Albrecht und konnte dort am 16. September 2007 ein Benefizkonzert mit dem New Orleans Express für den Brunnenbau in Togo durchführen.

Der Kontakt zu den sozialen Einrichtungen der Region erwies sich als wichtig, um zu erkennen, wo Not herrschte und mit welchem Einsatz die Not zu lindern war. So besuchte der Club am 4. Juni 1980 das Mutter-Rosa-Heim in Wadgassen. Für eine Außenwohngruppe des Diakonischen Werkes an der Saar in Riegelsberg wurde eine neue Küchenzeile angeschafft, für das Theresienheim in Völklingen wurden eine Grillstation saniert und Kinderfahrräder besorgt. Die Lebenshilfe bekam vielfältige Unterstützung für ihre Einrichtung in Geislautern. Charterprojekt der 30-Jahr-Feier war die Einrichtung einer unter der Leitung der Caritas stehenden Stadtteilwerkstatt in Wehrden.

Wichtige Projekte wurden vom Rotary Club immer wieder an den Schulen durchgeführt. So wurde das Programm „Klasse 2000“, bei dem es um gesunde Ernährung und Suchtprävention geht, an der Viktoriaschule in Püttlingen-Ritterstraße etabliert. An der Schlossparkschule in Geislautern kam auf Initiative von Wolfgang Uebe das Projekt „Geigen gegen Pisa“ zum Tragen. Und in der Grundschule Pater Eberschweiler in Püttlingen wurde auf Wunsch des damaligen Governors das Projekt „Lesen lernen – Leben lernen“, ein Programm zur Stärkung der Lesefähigkeit und -freude, durchgeführt. An der Viktoriaschule in Püttlingen-Ritterstraße wurde in Zusammenarbeit mit der Musikschule Püttlingen unter Leitung von Stefan Weber ein Programm aufgelegt, das jedem Kind die Möglichkeit eröffnete, ein Musikinstrument zu lernen. Die Schule unter der Leitung von Angelika Balzert bekam dafür aus der Hand der damaligen Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zusätzliche Musikstunden zugeteilt.

Der Berufsdienst

Die Bedeutung des Berufsdienstes im Gefüge der verschiedenen Ausschüsse des Rotary Clubs Völklingen beschrieb Gerd Gross in seiner Antrittsrede als Präsident
des Clubs am 2. Juli 1986 deutlich. Das Votum ersetzt jede Definition: Diesem Gremium kommt die besondere Aufgabe zu, unsere Berufsdienstarbeit nach Möglichkeit über die Durchführung der durchaus lobenswerten Berufsinformationsveranstaltung an Höheren Schulen im Völklinger Raum hinaus zu aktivieren. Da wir auch hier Pionierarbeit leisten müssen, kann ich Euch heute über das Wie und Was leider noch keine erschöpfenden Auskünfte geben.

Damit waren die Aufgaben beschrieben. In der Präsidentschaft von Karl Reinshagen hatte Eberhard Krauss, selbst Lehrer an einem und später Leiter eines Berufsbildungszentrums, bereits am 13. Februar 1980 einen Orientierungsvortrag über Möglichkeiten der beruflichen Information durch Rotary gehalten, der differenziert sieben Bereiche auflistete, in denen Jugendlichen Informationen vermittelt werden könnten, um ihnen die Berufswelt und/oder die eigene Berufswahl zu erläutern. Er nannte:

  1. Berufliche Information über die Schule,
  2. persönliche Unterredung mit Jugendlichen an deren Arbeitsplatz,
  3. Information im Rahmen von Betriebsbesichtigungen durch Jugendliche,
  4. Vermittlung von praktischen Erfahrungen über einen bestimmten Beruf im Rahmen eines Betriebspraktikums,
  5. Veranstaltungen von Berufsausstellungen für Schüler,
  6. Einrichtung von Berufsbücherecken in öffentlichen Bibliotheken,
  7. berufliche Information über Radio und Fernsehen.

Und er definierte: Unter beruflicher Information versteht Rotary die reine Aufklärung über mögliche Berufe und nicht etwa den Versuch einer Lenkung der betreff enden Jugendlichen auf derzeit aussichtsreiche Berufe.

Im April 1987 hielt Dr. Kühlewind einen Vortrag zum Thema „Arbeitsmarkt 2000“; daraufh in führte Hans Georg Rosenstock Gespräche mit dem Arbeitsamtsdirektor und den Schulleitungen vor Ort. Es wurden drei Termine ausgemacht – der 19. Februar, der 11. und der 17. März 1987 – und 320 Schülerinnen und Schüler nahmen an Berufsinformationsveranstaltungen teil. Das Konzept stieß auf ein positives Echo. Auf Wunsch der Schulleitungen der weiterführenden Völklinger Schulen wurde eine weitere Berufsdienstveranstaltung Anfang November [1987] nach dem bereits im Frühjahr praktizierten Organisationsschema abgehalten. Der Besuch war sehr rege. Eine noch bessere Abstimmung mit den Leitungen der Schulen und den Berufsberatern des Arbeitsamtes kann die Effizienz der Veranstaltung weiter steigern.

Ein weiteres Praxismodell war der „Berufsorientierte Donnerstag“ (BoDo), den Anne Detemple, Lehrerin an der Erweiterten Realschule Saarbrücken-Klarenthal angestoßen hatte. Von Seiten des Rotary Clubs engagierte sich bis zu seinem Tod am 9. April 2006 Günther Mudrack. Ziel des Projektes ist es, einen neuen Weg der Berufsorientierung zu beschreiten. […] Nach einem Jahr wurde Bilanz gezogen, und es wurden auch die Zukunft saussichten dieses Projektes hinterfragt. Es sei vorweggenommen: Das Projekt der Verzahnung von Schule und Arbeitsleben hat sich bewährt, es ist mit Leben erfüllt und hat Erfolge. Daraufhin kam im Kultusministerium die Idee auf, das Projekt „BoDo“ großflächig einzuführen, um die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg einer erweiterten Allgemeinbildung auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten. Unter der Präsidentschaft von Peter Valentin besuchte Anne Detemple im September 2002 erneut den Club. Sie bezeichnet die Maßnahme als erfolgreich. Mehrere Schulen haben das Programm übernommen, jedoch gibt es inzwischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung der zeitlichen Dauer.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Volker Pietschmann hatte Anne Detemple als Fortführung des Projektes an der Erweiterten Realschule Klarenthal das Programm „SchoolTec“ entwickelt, das Volker Pietschmann im Club unter der Präsidentschaft von Peter Valentin vorstellte. Die Grundidee ist der Aufbau eines Schülerunternehmens, das in den Klassenstufen 8 bis 10 in Klarenthal dauerhaft eingeführt wurde. Das Unternehmen beinhaltete die Produktionsbereiche Fräsen und Gravieren. Beispiele dafür waren Holz-Modellbausätze, Dekoratives und Lernmittel aus Holz sowie Overheadmodelle. Die Aufgaben wurden sowohl auf technische wie auch auf kaufmännische Abteilungen verteilt.

Der Jugenddienst

Der Jugenddienst hat im Laufe der rotarischen Geschichte seine Bedeutung dadurch erlangt, dass er ein umfangreiches internationales Austauschprogramm für Jugendliche organisierte und immer noch organisiert.

Zu Anfang des Völklinger Clubs aber war es die erste Aufgabe des Jugenddienstes, in einer Suchbewegung zuerst einmal das eigene Arbeitsfeld zu fi nden. Unter dem Vorsitz von Elmar Schirra, der als ausgewiesener Pädagoge den Jugenddienst von 1982 bis 1988 leitete, wurden schon weiterreichende Aktivitäten entfaltet: Es fanden im rotarischen Halbjahr drei Jugendtreffen statt, u. a. wurde der Saarländische Landtag besucht. Erstmals haben unsere Jugendlichen die Weihnachtsfeier unseres Clubs gestaltet und sich den Beifall aller Anwesenden redlich verdient. Im April 1983 trug Elmar Schirra Thesen zur Jugendarbeit bei Rotary vor. In der 5. Th ese formulierte er die Dimension seines Ansatzes: Der internationale Jugendaustausch ist nachhaltig zu fördern. Neben dem üblichen Austausch von Schülern und Studenten sollte ein Austausch von Auszubildenden und jugendlichen Berufstätigen (z. B. Schlosserlehrling gegen Schlosserlehrling, Bankkaufmann gegen Bankkaufmann) eingerichtet werden. Für einen solchen berufsbezogenen Jugendaustausch sollte der Club die ‚Sponsorschaft ‘ übernehmen.

Dietmar Schuler-Schmidt

Dietmar Schuler-Schmidt

Otto Ackermann

Otto Ackermann

Der Rotary Club pflegt den Kontakt zu den Schulen in Völklingen. Auf Anregung von Elmar Schirra wurden 1985 – zehn Jahre nach Gründung des Clubs – erstmals Preise für Abiturleistungen in Fremdsprachen an die Schülerinnen und Schüler der drei Völklinger Gymnasien verliehen. Die Sitte, Abiturienten auszuzeichnen, wurde aber nach fast zwanzig Jahren in Frage gestellt, als der Eindruck aufkam, mit den rotarischen Preisen nur einer unter vielen zu sein. Schließlich gab es auch Stimmen, die es für angemessen hielten, Jugendliche zu motivieren, die nicht in der Lage waren, Abitur zu machen. Im ersten Halbjahresbericht 2004/05 heißt es: Erstmals wurde ein Preiswettbewerb für soziales Engagement von Schülern ausgelobt. Acht Schüler/innen von verschiedenen Schulen wurden während eines Meetings mit Geldpreisen ausgezeichnet. Die Clubchronik formuliert deutlicher: „Ein Gemeindienstprojekt besonderer Art war die erstmalige Preisverleihung an Jugendliche, die sich durch starkes soziales Engagement ausgezeichnet haben (die Preisverleihung trat an die Stelle der mehrjährigen Vergabe von Abiturpreisen für fremdsprachliche Leistungen).“ Das war in der Präsidentschaft von Dietmar Schuler-Schmidt.

Der Jugenddienst engagierte sich intensiv seit 1996 mit der Frage, wie ein Programm zur Gewaltprävention in den Schulen erstellt und eff ektiv durchgeführt werden könnte. Die auf Wunsch des Präsidenten [Otto Ackermann] ins Leben gerufene Arbeitsgruppe hat sich lt. Frd. [Lutz] Beyer – auch unter Hinzuziehung von Experten – intensiv mit dem Thema beschäfigt. Nach eingehender Sichtung der Problematik ist sie zu der Auffassung gelangt, daß diese Arbeit längerfristig angelegt sein müsste. Die anfängliche Arbeitsgruppe war also als Sonderausschuss verstetigt worden; Elmar Schirra hatte den Vorsitz übernommen. 1998 wurde der Ausschuss um fachkundige Mitglieder erweitert: Neben den Freunden Elmar Schirra, Hans Baldauf, Lutz Beyer, Otto Ackermann, Helmut Hütten, Joachim Redeker und Wolfgang Uebe engagierten sich die Schulrätin Dorothee Rindt, alle fünf Völklinger Schulleiter sowie die Soziologin Dr. Ryuko Woirgardt. Der Soziologe Prof. Dr. Hans Leo Krämer von der Universität des Saarlandes referierte am 19. März 1997 in Anwesenheit von Schulrätin Dorothee Rindt im Club zum Thema „Gewalt an Schulen“. Um die Arbeit zu finanzieren, fand anlässlich des 65. Geburtstages des Präsidenten Otto Ackermann im Festsaal des Alten Rathauses in Völklingen eine Musikalische Soirée mit dem Barockensemble des Saarländischen Staatstheaters mit Kompositionen vom Hofe Friedrichs II. (Franz Xaver Richter, Johann Joachim Quantz, Carl Philipp Emmanuel Bach, Friedrich der Große, Georg Friedrich Telemann) statt.

Der Club lobte schließlich auch einen Schülerwettbewerb zum Thema „Gegen Gewalt – wir tun was“ aus mit dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler durch eine praktische Gestaltungsarbeit einzubinden. Die Saarbrücker Zeitung schrieb: „Auch die Klasse 5 der Hauptschule Mühlgewann in Völklingen hat bereits mit dem Wettbewerb begonnen. Unter dem Namen ‚Zirkus Bambini’ treten die Kinder als Zauberkünstler, Artisten und Clowns auf. ‚Dadurch sollen Selbstbewußtsein und Verantwortungsgefühl der Schüler gestärkt werden, damit sie in Zukunft eher bereit sind, Konflikte ohne Gewalt zu lösen‘, so Schirra.“

Im April 1998 fand eine Ausstellung im Rathaus Völklingen statt, die Oberbürgermeister Hans Netzer persönlich eröffnete. Es wurden Kurse in Selbstverteidigung angeboten. Schülerinnen und Schüler erarbeiteten Fotocollagen und führten kleine Anspiele auf. Am Ende nahmen an dem Gewaltpräventivprojekt zwanzig Schulklassen mit rund vierhundert Schülerinnen und Schüler teil. Bis zu dreißig Lehrerinnen und Lehrer engagierten sich. Elmar Schirra resümierte am 13. Mai 1988: In methodischer Hinsicht wurden vor allem kooperative Formen wie Projektunterricht, Gruppenarbeit, Fallstudien und Rollenspiele praktiziert. Dabei wurden die unterrichtlichen Prinzipien der Aktivität, Aktualität, Anschaulichkeit und Stoff verknüpfung in besonderer Weise verwirklicht und die SchülerInnen ganzheitlich gefördert. Bei ihrer Arbeit wurden sie von engagierten LehrerInnen betreut und angeleitet.

Die abschließende Ehrung des Projektes fand im Großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks auf dem Halberg statt; die Begrüßung hielt Vizepräsident Harald Zimmermann, es folgten Grußworte von Staatssekretär Rüdiger Fernice und Governor Robert Jung. Die Preisverleihung nahm der Ausschussvorsitzende Elmar Schirra mit Urkunden und Geldzuwendungen vor.

Der Jugenddienst organisierte im Laufe der Jahrzehnte immer wieder auch Jugendfreizeiten. Erstmals im Februar 1986 bot der Rotary Club für die Jugendlichen der rotarischen Familie ein Skiwochenende im Schwarzwald an. Noch im September desselben Jahres gab es eine Burgenwanderung im Krummen Elsass gemeinsam mit Jugendlichen des Clubs La Bassée. Für die Jahre 1992 bis 1996 liegt eine Aufstellung der Jugenddienstaktivitäten vor, die über die Vielfältigkeit der Aktivitäten Auskunft gibt: Es wurden Familienfeste und ein Internationales Jugendcamp, Skifreizeiten (1993 mit 16 Teilnehmern und 1994 mit 12 Teilnehmern) und Ryla-Seminare in Heppenheim, Monastir/Tunesien und Manchester, ein Austauschprogramm und ein Golf-Anfängerkurs, Wanderungen und Theaterbesuche organisiert. Im Jahre 2012 stellte Matthias Trennheuser sein Mittelalter-Outdoorcamp in Bexbach zur Verfügung; dort fand eine dreitägige Veranstaltung für Jugendliche aus ganz Deutschland zum Thema Nachhaltigkeit [statt], die auf Anregung des Governors für den rotarischen Distrikt veranstaltet wurde.