Die Arbeitsschwerpunkte des Clubs

Die Arbeitsschwerpunkte des Clubs2018-02-09T10:12:52+00:00

Der Jugendaustausch

Von Anfang an war der internationale Jugendaustausch ein Schwerpunkt der rotarischen Arbeit im Völklinger Club. Dabei wurden sowohl deutsche Kinder und Jugendliche in die weite Welt gesandt (Outbound), also auch Kinder und Jugendliche von auswärts hier in Deutschland begrüßt (Inbound). Eine interessierte Familie stellte einen jungen Menschen vor; sein Wunschziel wurde notiert. Dann begann die Partnersuche. Es gibt Jahresaustauschprogramme, Programme für einige Monate oder sogar nur für die Schulferien. Leider haben sich nicht alle Unterlagen erhalten, so dass die Aufstellung Lücken aufweist. Dass es mehr als die aufgelisteten Personen gegeben hat, geht aus dem 2. Halbjahresbericht 1989/90 hervor, wo es heißt, dass es außerdem gelungen [ist], eine Stipendiatin für USA zu benennen. Die meisten Dokumente stammen aus der Zeit, in der Peter Valentin den Ausschuss leitete. Daher erklärt sich die kontinuierliche Überlieferung ab 1996.

Verschiedene Anfragen führten nicht zum Austausch. Die Gründe gehen aus den Akten nur selten hervor und liegen überwiegend im persönlichen Bereich. Ein Drei-Monats-Austausch ist für die drei Australierinnen Marion Wendy Abrahams (Jg. 1962), Kathryn Ross Hayes (Jg. 1962) und Debbie Fay Wall (Jg. 1963) belegt. Kürzere Austauschprogramme sind die Sommerferienaustausche: 1996 Outbound Henning Valentin (Jg. 1979), aus Völklingen in die USA; Outbound Carolin Schäfer (Jg. 1979), aus Völklingen in die USA; 2011 Outbound Silvie Chantal Neumann (Jg. 1990), aus Merzig nach Namibia.

Die jugendlichen Gäste des Rotary Clubs Völklingen hatten in der Regel die Chance, an einer Skifreizeit, einer Europa-Rundreise und – wenn nötig – an einem Sprachkurs teilzunehmen. Es gelten bis heute die ehernen Regeln: No drinks, no smoking, so drugs, no sex – aber da man es mit Jugendlichen zu tun hat, sind alle Probleme inkludiert. Dem Club ist es in der Vergangenheit immer wieder gelungen, alle jugendlichen „Ausfälle“ mit den Pflegeeltern und den Betroffenen durchzusprechen; der Abbruch eines Austausches war bisher nur eine Option, von der ausweislich der Akten kein Gebrauch gemacht werden musste.

1975/76Inbound Mary Ellen Unruh-Benett, Australien
1981/82Inbound Zwei Damen, Australien – keine Namensangaben
1996/97Inbound Dillon Paul Buhl, Jg. 1989, Texas
1996/97Outbound Patrick Schweitzer, Jg. 1980, Saarbrücken
1997/98Inbound Benjamin Balfrey Wilson, Jg. 1978, California
1997/98Inbound Andrew Roberts, Jg. 1979, Pennsylvania
1997/98Outbound Hendrik Schuler-Schmidt, Jg. 1980, Heusweiler
1998/99Outbound Pascal Schweitzer, Jg. 1982, Saarbrücken
2006/07Outbound Carina Zimmer, Jg. 1990, Heusweiler
2009/10Inbound Nirmitti Rajesh Mehta, Jg. 1993, Indien
2009/10Outbound Celina Laura Jung, Jg. 1992, Heusweiler
2009/10Inbound Victoria Anne Tacherra, Jg. 1992, USA
2010/11Outbound David Niethammer, Jg. 1993, Völklingen
2011/12Inbound Mauro Ezequiel Romero, Jg. 1992, Argentinien
2011/12Inbound Ire José Noriega Rodriguez, Jg. 1994, Venezuela
2011/12Outbound Anna-Laura Krämer, Jg. 1996, Püttlingen
2011/12Inbound Sarah Ann Glamm Johnson, Jg. 1993, Burnsville/Minnesota
2011/12Outbound Leya Goette, Jg. 1996, Püttlingen
2011/12Inbound Marli Schlechter, Jg. 1993, Namibia
2011/12Outbound Chantal Naumann, Jg. 1990, Merzig
2012/13Outbound Paula Günther, Jg. 1996, Dillingen
2012/13Inbound Isabela Peres Lopes, Jg. 1996, Brasilien

Über den Sinn des Austausches berichtetet Past Governor Ludwig Cornelius Freiherr von Heyl zu Herrnsheim, RC Worms, in seinem 12. Monatsbrief, der im Meeting am 25. Juli 1979 unter dem Vorsitz von Karl Reinshagen diskutiert wurde: Der Zweck des Austausches von Studiengruppen ist es, jungen berufstätigen Menschen die Möglichkeit zu geben, die Lebensbedingungen eines anderen Landes, seine Kultur, seine Wirtschaft , seine sozialen Einrichtungen und besonderen Probleme kennenzulernen, persönliche Kontakte zu schließen, Meinungen auszutauschen und dadurch insgesamt zu mehr Verständnis zwischen den Völkern beizutragen.

Besonders engagiert zeigte sich in den letzten rund 25 Jahren Peter Valentin, dem es immer wieder gelang, junge Leute an den rotarischen Austausch heranzuführen, die Inbounds zu begleiten und für ideale Verhältnisse vor Ort zu sorgen. Peter Valentin wurde dafür mit einem PHF mit Saphir geehrt.

Ausgewählte Gemeindienstprojekte

Die Anfänge der Gemeindienstarbeit waren bescheiden, aber effektiv. Der Club legte sein Augenmerk auf Randgruppen der Gesellschaft und prüfte, wie Akzente zu setzen waren. So hält der erste Halbjahresbericht 1976/77 ein Projekt fest, das in den folgenden Jahren wiederholt werden konnte: Allseitige Bewunderung und Anerkennung fand unsere von Freund [Heinrich] Schüssler initiierte, von ihm und Freund [Herbert] Bach organisierte und mit Hilfe einiger unserer Freunde durchgeführte gemeindienstliche Aktion, mit der wir am 20. November [1976] 270 alten Mitbürgern aus Völklingen, Wadgassen und Püttlingen mit einer Theaterfahrt nach Saarbrücken eine vorweihnachtliche Freude bereiteten.

Zahlreiche weitere Projekte sind im Kapitel zur Arbeit des Gemeindienstes bereits beschrieben. Ein Vorhaben sollte sich aber zum größten Projekt des Clubs mausern: der Brunnenbau für die Polyclinique International Saint Joseph in Lomé/Togo. Unter der Präsidentschaft von Stefan Frick nahm dieses Projekt die Hürden der rotarischen Gremien und reichte bis in die Amtszeit von Fricks Nachfolger hinein. Es wurde ein eigener Togoausschuss aus Stefan Frick, Markus Bitz, Martin Schmidt und Patrik König gebildet. Aber auch der Gemeindienst war gefordert, u.a. Lutz Beyer und Hans Georg Rosenstock, um das Werk zum Abschluss zu bringen. Ursprünglich sollte ein Matching Grant, also ein internationales Projekt durchgeführt werden. Dazu brauchte es aber einen Partnerclub in Lomé, der nicht gefunden werden konnte.

Der Rotary Club Völklingen musste das Projekt dann alleine stemmen. Ziel des Projektes war es, für die Polyclinique Saint Joseph einen neuen Brunnen zu bohren, dessen Wasser nicht versalzen war. Martin Schmidt berichtete am 25. November 2008 im Gemeindienst, dass die Bohrarbeiten zwischenzeitlich mit Erfolg abgeschlossen wurden. In 300 Meter Tiefe stehen nach einem Test 20 m3/h über 24 Stunden zur Verfügung. Die wasseranalytischen Untersuchungen in Lomé und in Luxemburg sind in Bearbeitung. Das Projekt kam zustande und fand Unterstützung von Seiten des Governors Udo Bieller (RC Mannheim-Kurpfalz) und von Pastgovernor Otto Krennrich (RC Kaiserslautern-Kurpfalz). Kontaktperson in Lomé war Dr. Guy Hermann Kpakpo Dovi-Akue, mit Stefan Frick beruflich bekannt.

Das Buch „Wiege einer Stadt“ bündelt die Forschungsergebnisse der Grabungskampagnen an der Martinskirche Völklingen.

Das Buch „Wiege einer Stadt“ bündelt die Forschungsergebnisse der Grabungskampagnen an der Martinskirche Völklingen.

Ein weiteres Großprojekt war die Publikation der Grabungsergebnisse an der historischen Martinskirche in Völklingen. Es war ein Herzensanliegen von Horst Josef Grimminger, dass die Völklinger Geschichte durch die Ausgrabungen der mittelalterlichen Kirche der Öffentlichkeit vergegenwärtigt würde. Als er am 25. Mai 2005 in Völklingen starb, wurden Spenden gesammelt, die der Publikation des Buches „Wiege einer Stadt. Forschungen zur Martinskirche im Alten Brühl von Völklingen“ zugutekamen. Es sollte aber noch Jahre dauern, bis das Werk abgeschlossen war. Im Vorwort heißt es im Jahre 2010: „Als mich in einer Versammlung am 30. April 2007 im Rathaus Emanuel Roth dem Oberbürgermeister der Mittelstadt Völklingen, Klaus Lorig, als Herausgeber des geplanten Buches empfahl, war ich durch den Rotary Club Völklingen schon sechs Jahre immer wieder dem Thema begegnet – nicht zuletzt, als ich dem damaligen Präsidenten des RC Völklingen Ernst Bertram und Familie Grimminger, Völklingen, vorschlug, namhafte Spenden nicht für die Idee einer Überdachung der Grabungsstätte, sondern für die Publikation der Forschungsergebnisse zu verwenden. Die folgenden drei Jahre waren äußerst arbeitsintensiv für alle Beteiligten, und umso mehr freue ich mich, dass das Buch nun vorgelegt werden kann. Dabei bin ich mir sehr bewusst, dass dieses Buch lediglich einige Beiträge zur Erforschung der Völklinger Martinskirche liefert, nicht aber abschließend die Ergebnisse jahrelanger Grabungen umfassend auswerten kann.“ Das Buch dokumentiert anhand der Grabungen nicht nur die Baugeschichte und die Historie der Kirche, sondern liefert auch Einzelbeiträge zu den Münz- und Keramikfunden, zu den Skeletten – mit Schwerpunkt auf die sog. Wöchnerinnenbestattungen – und zur Geschichte der Rettung dieser Ausgrabungen durch eine Völklinger Bürgerinitiative.

Zur Sicherung der spätgotischen Deckengemälde in der Martinskirche in Köllerbach wiederum stieß Hans Georg Rosenstock ein Feuchtemessungsprojekt an. Ziel war es, die hohe Luft feuchtigkeit in der alten Kirche durch möglichst einfache technische Verfahren herunterzufahren, um die wertvollen Wandmalereien vor dem Verfall zu bewahren.

Donald Eichenwald stellte 2012 die entsprechenden Messinstrumente zur Verfügung. Computergestützt wurden an zwölf Messpunkten Daten erfasst; dies sollte über ein Jahr geschehen. Klaus Köehler sorgte für die Unterstützung der Hochschule für Technik und Wirtschaft und Johannes Sauer wertete die Messergebnisse im Rahmen seiner Bachelor Thesis im April 2015 aus. Danach sollen Maßnahmen ergriff en werden. Zum Zeitpunkt dieses Berichtes läuft das Projekt im vierten Jahr.

„Abi – was dann?“ und „Vergiss die Technik nicht“

Über Jahre hin engagierte sich der Rotary Club Völklingen für die Info-Messe „Abi – was dann?“. Hier soll den Abiturientinnen und Abiturienten ein möglichst umfassender Überblick über Ausbildungsberufe und Studienmöglichkeiten geboten werden. Günter Mudrack, der am 9. April 2006 starb, hatte sich dieses Arbeitsgebiet des Berufsdienstes zu seiner persönlichen Aufgabe gemacht.

Auch nach Mudracks Tod blieb der Rotary Club Völklingen der Aktion „Abi – was dann?“ treu verbunden. Klaus Richter regte aber dennoch ein neues Format an unter dem Namen „Vergiss die Technik nicht“. Ziel war es, die Schülerinnen und Schüler der Völklinger Schulen angesichts des akuten Mangels im Ingenieurwesen zum Studium der Ingenieurwissenschaft en zu ermutigen. Der Club finanzierte Busse, rotarische Freunde begleiteten die Schülerinnen und Schüler, und technische Betriebe, Werke und Firmen öffneten ihre Tore. Das Projekt – 2009 angefangen – schlug anfangs mit Begeisterung ein. Doch sehr schnell zeigten sich Ermüdungserscheinungen. Bald klagten die rotarischen Freunde darüber, dass die Schülerinnen und Schüler den Projekttag als Freizeit empfanden und dass Lehrerinnen und Lehrer sich nicht für die Disziplin ihrer Klassen verantwortlich fühlten. Die berufliche Anspannung bei Klaus Richter sorgte dafür, dass die Aktion einstweilen zum Stehen gekommen ist.

Der Französisch-Concours

Der erste Französisch-Concours fand im Schuljahr 1997/98 statt. Ziel war es, die Französisch-Kompetenz der Schülerinnen und Schüler an den Völklinger Gymnasien zu fördern. Die Freunde aus dem Kontaktclub La Bassée erklärten sich bereit, als Jury zu fungieren. Bewertet wurden die Arbeiten durch eine Jury des französischen Klubs an Hand der fünf Kriterien Zeiteinsatz, Originalität, Präsentation, intellektuelles Investment und Qualität der französischen Sprache.

Danach fanden noch weitere drei Concours statt, und zwar im Schuljahr 2000/01, 2008/09 und 2014/15. Die Preisverleihungen fanden am 18. Mai 2001, am 29. Mai 2009 und am 24. April 2015, jeweils im Festsaal des Alten Rathauses Völklingen statt. Der Umstand, dass sich 2015 nur noch zwei Schulen engagierten, verdankt sich zumindest teilweise der Tatsache, dass die Gymnasien mit Einführung des sog. G8 keine Zeit mehr haben, zusätzlich zu ihrem Pensum Aufgaben wahrzunehmen, auch wenn sie die Ideen grundsätzlich begrüßen.

Von der Preisverleihung am 18. Mai 2001 hat sich ein Bericht erhalten. Präsident Wolfgang Uebe, als aktives Mitglied der die Feier mit ihren hervorragend dargebrachten Musikstücken bereichernden Lehrer-Jazz-Band quasi in Doppelfunktion tätig, konnte neben unseren Ehrengästen eine vierköpfige Delegation aus La Bassée, zahlreiche Freunde unseres Clubs sowie die grosse Schar der jugendlichen Teilnehmer mit Vertretern der beteiligten Schulen begrüssen. […] In den Grußworten von Oberbürgermeister [Hans] Netzer, der Stadtverbandsbeigeordneten Frau [Elfriede] Nikodemus und Incoming Governor [Artur] Völker wurde unserem Club ungeteiltes Lob für die wiederholte Durchführung dieses der Völkerverständigung dienenden Projektes ausgesprochen. Gleichzeitig kam die Hoffnung zum Ausdruck, daß diese Aktivität auch weitergeführt wird.

Folgende Themen wurden in den letzten achtzehn Jahren bearbeitet:

1997/98Graf-Ludwig-Gesamtschule Ludweiler
Führung mit Folgen
Une rencontre lourde de conséquences mésaventire dans l’ancienne sine sidérurgique de Völklingen
Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium Völklingen
Verdun – Journal und Video
Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium Völklingen
Love-Story
Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium Völklingen
L’Allemagne – Frankreich
Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium Völklingen
Kochbuch – bilingual
Realgymnasium Völklingen
On aime „la Haine“
Technisches Gymnasium Völklingen
L’amitié franco-allemande
Warndtgymnasium Völklingen
Bienvenue à Metz
2000/01Graf-Ludwig-Gesamtschule Ludweiler
La Sarre. Culture et nature
Realgymnasium Völklingen
De la jeunesse qui fais de la conversation internationale
Technisches Gymnasium Völklingen
Viva la Francemagne (CD-Rom)
Warndtgymnasium Völklingen
La Police en Allemagne – La Gendamerie
2008/09Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium Völklingen
Les relations franco-allemandes – un projet bilingue
Technisches Gymnasium Völklingen
Vive le jumelage – un pièce radiophonice
Warndtgymnasium Völklingen
Monsieur le Président, je vous fais une lettre (Exposition avec CD-Rom)
2014/15Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium Völklingen
On s’approche. Nos stratégies pour découvrir le français, la France dans notre vie quotidienne en Sarre.
Warndtgymnasium Völklingen
„Le petit trafic transfrontalier“

In La Bassée griff man die Idee auf und veranstaltete – allerdings nur einmal im rotarischen Jahr 1990/91 – einen Deutsch-Concours mit den Schulen im Großraum um La Bassée. Folgende Themen wurden von den Schülerinnen und Schülern vorgelegt:

1990/91Collège Albert Schweitzer in La Bassée
Das Collège und seine Abstammung
Collège Albert Schweitzer in La Bassée
Wuppertal: Eine schöne Stadt
Collège Antoine de Saint Exupéry in Douvrin
Eine Reise nach Berlin
Collège de l’Alloeu in Laventie
Ein einzigartiges Experiment in Frankreich
Collège de l’Alloeu in Laventie
Unsere Gegend
Collège Joliot-Curie in Auchy-lès-Mines
Das Collège Joliot-Curie

Nun lag die Bewertung in Händen des Rotary Clubs Völklingen. Freund [Elmar] Schirra berichtet über die Tätigkeit der Jury zur Beurteilung der Deutsch-Arbeiten aus 4 Gymnasien von la Bassée und Umgebung. An dem Wettbewerb beteiligten sich 7 Gruppen mit insgesamt 64 Schülern. Es wurden ein 1. und ein 2. Preis vergeben. Zwei weitere gute Arbeiten konnten nicht prämiert werden, da nur 2 Preise vorgesehen waren. […] Auf Anregung von Frd. [Rolf] Oldewage werden für diese beiden Arbeiten zwei 3. Preise vorgesehen. Freund [Gerd] Gross wird sich dieserhalb mit La Bassée in Verbindung setzen. Die Preisverleihung in La Bassée fand am 16. Juni 1991 statt. Ein zweiter Versuch 1997 scheiterte in La Bassée.

Die Ryla-Seminare

Im Meetingprotokoll vom 1. Juli 1992 unter der Präsidentschaft von Elmar Schirra tauchte erstmals die lapidare Information auf: Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren sollen durch das Seminar vorurteilsfr eies Wissen und ethische Grundwerte zu aktuellen Zeitfragen und Wissensgebieten vermittelt werden. Für den 26. Februar bis 28. Februar 1993 in Heppenheim sollten aus unserem Umkreis ein bis zwei Jugendliche vorgeschlagen werden. Mit Heike und Andreas Neutzling war der Club in der Lage, zwei junge Menschen zu benennen. Und der 2. Halbjahresbericht 1992/93 konstatierte schlicht: Jugendliche unseres Clubs nahmen an zwei Ryla-Seminaren in Heppenheim und Tunesien teil.

Die Tragweite dessen, was so alltäglich begann, wurde erst deutlich, als es dann im selben Bericht hieß: Freund [Hans] Baldauf begleitete als Teamleiter eine deutsche GSE-Gruppe vom 27.03. -27.04.1993 nach Japan. Vom 09.-15.05. betreute unser Club ein japanisches GSE-Team mit einem umfangreichen Programm. Hinter der rotarischen Abkürzung „Ryla“ verbirgt sich „Rotary Youth Leadership Awards“, das ist ein rotarisches Schulungsprogramm. „RYLA zielt auf junge Leute im Alter von 14 bis 30 Jahren ab, und es stehen insbesondere die Entwicklung von Führungsqualitäten, das gesellschaftliche Engagement und die persönliche Weiterentwicklung im Vordergrund.“ Mit diesen Schulungen bringt Rotary International sein Interesse zum Ausdruck, Jugendliche in ihrem Verantwortungsbewusstsein und im Dienst an den Mitmenschen zu fördern. Soziale Projekte und Dienst für die Gemeinschaft waren in Rotary schon Themen, lange bevor die Diskussion um bürgerschaft liches Engagement und die Förderung des Ehrenamtes in der breiten Öffentlichkeit ankamen.

Höhepunkt der Begegnung im deutschen Distrikt 1860, die vom 9. bis 15. Mai stattfand, war ein Japanischer Abend am 12. Mai 1993. Am Klavier wurde vierhändig musiziert; ein deutsches und ein japanisches Lied sowie die Europahymne kamen zur Auff ührung. Sadahiro Tokuda leitete das japanische GSE-Team, der Völklinger Hans Baldauf das deutsche. Die binationale Gruppe besuchte die SKF in Köllerbach-Etzenhofen, das Uhrenmuseum in Köllerbach, das Knappschaft skrankenhaus in Püttlingen und die Moderne Galerie in Saarbrücken.

An einem weiteren Ryla-Treff en in Mainz vom 1. bis 3. Juli 1993 nahm Anke Oldewage für den Völklinger Club teil. Dietmar Schuler-Schmidt kümmerte sich mit dem Jugenddienst auch in den folgenden Jahren um Ryla. Von einem Ryla-Seminar in der Europäischen Akademie Otzenhausen vom 12. bis 14. Mai 2000 haben sich einige wenige Bilder erhalten.