Die Partnerschaften

Die Partnerschaften2018-02-06T13:55:06+00:00

Die Partnerschaft mit dem RC La Bassée-Les Weppes

Als am 17. Dezember 1975 mit Hermann Ehlert der erste Governor den Völklinger Club besuchte, kam er auf die Außenkontakte des Club zu sprechen, d.h. insbesondere auf das Thema Kontaktclub. Bei der gewiss nicht einfachen Frage, mit welchem Club engere Verbindungen aufgenommen werden sollten, und bei der sicher eine ganze Reihe von Aspekten zu berücksichtigen wären, sollte auf keinen Fall der Gesichtspunkt des Jugendaustausches vergessen werden.

Helmut Hütten

Helmut Hütten

Im Januar 1976 wurde Helmut Hütten beauftragt, einen Kontaktclub zu suchen. Schon am 28. Januar 1976 wurde er fündig: Der Rotary Club La Bassée teilt mit, daß er an einer Kontaktaufnahme mit unserem Club interessiert ist. Zwar prüfte man von Völklinger Seite noch einmal die Optionen – Reims-Ville, Reims/Champagne und Montpellier sowie Lille waren im Gespräch – doch: Der mit dem Club La Bassée bereits intendierte Kontakt soll realisiert werden. Und schon am 28. März stand der erste Besuch aus La Bassée (bei Lille) vor der Tür: Unsere Gäste aus La Bassée wurden um 11 Uhr im Rathaus empfangen; eine Besichtigung des Rathauses schloss sich an. Um 12.30 Uhr fand man sich zu einem gemeinsamen Mittagessen am Warndtweiher zusammen, das – von Freund [Hartmut] Paulus war das Menu zusammengestellt worden – von allen Teilnehmern gelobt wurde. Anschließend unternahm man einen längeren Spaziergang im Warndtwald mit dem Ziel, sich gegen 16.30 Uhr im Jagdschloß Karlsbrunn bei Freund [Gerd] Kalbhenn einzufinden. Bei duftendem Kaffee und vorzüglichem Kuchen ‚nach Art des Hauses‘ versammelten sich insgesamt 22 Personen unter der Obhut von Pastgov. [Konrad] Kalbhenn zu einer frohen und gemütlichen Runde. Um 17.30 Uhr verabschiedeten sich unsere Gäste in zuversichtlicher Erwartung, die Freunde des RC Völklingen zum Meeting des RC La Bassée am 1. und 2. Mai wiederzusehen. Und auch das Hauptproblem wurde gesehen, nämlich die Sprachschwierigkeiten, da seitens der französischen Freunde nur wenig deutsch gesprochen wird.

Der Jahresbericht 1976 hielt resümierend die bedeutende Rolle von Helmut Hütten im Blick auf die Kontakte zum RC La Bassée fest: Er ist Ausfluß der Aktivität unseres Freundes Hütten, der als Vorsitzender des Ausschusses Internationaler Dienst wenigstens einen unserer Ausschüsse mit Leben erfüllt hat. Die vielen, von Freund Hütten angebahnten Kontakte zu ausländischen Clubs haben beim Club La Bassée zu einer konkreten und – nach Aussage der Beteiligten – herzlichen ersten Verbindung geführt. Der Reise unserer Freunde nach La Bassée ging ein Besuch von 6 Mitgliedern dieses Clubs in Völklingen voraus. Als Ergebnis der Besuche kann der Wunsch nach einer Erweiterung dieser freundschaftlichen Beziehungen festgehalten werden. Bei der Aufnahme der Beziehungen ging es den beiden Clubs aber nicht einfach um eine Freundschaft Gleichgesinnter über eine Grenze hinweg. Präsident Claude Houssin von La Bassée formulierte es in seiner Ansprache am 23. Oktober 1976 so: Ihre und unsere geschichtlichen Erfahrungen verpflichten uns beiderseits, uns zu einem Geist vollkommener Großzügigkeit aufzuschwingen, und es ist diese notwendige seelische Erhabenheit, die der Freundschaft, die wir zu Ihnen empfinden möchten, ihren festen Halt und ihre diamantene Reinheit gibt.

Wenn eine Sache so mit Schwung beginnt, lässt die Krise meist nicht lange auf sich warten. Der Völklinger Präsident Hermann-Günter Vey brachte es anlässlich eines Besuchs in La Bassée am 28. Oktober 1980 auf den Punkt: Auf jeden Fall fehlt es in keiner Weise am guten Willen in unserem Club, weiterhin freundschaftliche Kontakte mit La Bassée zu halten, jedoch bestehen Zweifel, ob diese Beziehungen angesichts nicht zu leugnender Schwierigkeiten intensiviert oder gar aufrechterhalten werden können. Für diese Zweifel gibt es insbesondere zwei wesentliche Gründe:

  1. Die große Entfernung. Sie zu überwinden, kostet Zeit und Geld. Einigen fehlt es an Zeit, andere fürchten die Kosten der jeweiligen Reisen. Es besteht daher die Befürchtung, daß die gegenseitigen Besuche zu selten stattfinden und sich auch dann nur im formalen Bereich bewegen können. Das aber ist zu wenig für die Gewährleistung einer intensiveren und dauerhaften Freundschaft.
  2. Die sprachlichen Schwierigkeiten. Sicherlich, einige von uns sprechen ausgezeichnet und fließend französisch, andere wiederum beherrschen sie so gut, um sich wenigsten zu verständigen. In Ihrem Club gibt es einige Freunde, die deutsch sprechen. Aber sowohl bei Ihnen als auch bei uns gibt es eine Anzahl von Freunden, denen die Sprache des Nachbarlandes nicht so geläufig ist, daß sie an einer Unterhaltung teilnehmen könnten.

Um die Freundschaft zu gewährleisten, wurde überlegt, die Anzahl der Besuche zu vermehren und den Austausch der Kinder in den Ferien zu ermöglichen. Substanziell hatten diese Strategien aber nichts mit den konstatierten Problemen zu tun. So blieben die Fragen. Am 31. Januar 1981 fand eine Arbeitssitzung mit dem Kontaktclub La Bassée in Völklingen statt, um erneut das Partnerschaftsverhältnis der beiden Clubs abzuklären und auf eine feste, dauerhafte Grundlage zu stellen. Am 14. März desselben Jahres nahmen dann auch fünf Freunde aus Völklingen als offizielle Vertreter des Clubs an der 20. Chartererinnerungsfeier in La Bassée teil.

Um die Partnerschaft auf eine breitere Basis zu stellen, fanden allein im Jahr 1984 insgesamt fünf verschiedene Begegnungen statt. Im März trafen sich Freunde beider Clubs in Bouillon zur Vorbereitung des Jugendtreffens, das Anfang April in Bouillon de Han in Belgien stattfand und ein voller Erfolg war, vor allem, da sowohl von unserem Club als auch von La Bassée zahlreiche Jugendliche teilnahmen und sich gut verständigten. Das beschriebene Treffen fand am 8. April 1984 statt und hinterließ einen solchen Eindruck, dass auch in den Folgejahren immer wieder Bouillon Ort der Begegnung war. Es wurden die Burg in Bouillon und die Tropfsteinhöhlen in De Han besucht. Im Mai 1986 traf sich die Jugend aus beiden Clubs in Paris, und im Juni 1987 fand eine gemeinsame Rheinfahrt von Wiesbaden nach Kamp-Bornhofen statt. Und 1989 heißt es: Der Jugenddienst war in diesem Halbjahr besonders aktiv. Im September fand das internationale Deutsch-Französische Jugendtreff en in la Bassée statt.

Bald entschlossen sich beide Clubs, gelegentlich mehrtägig zusammenzukommen. Dies geschah im Frühjahr 1988 mit einem Treffen in Burgund. Aus Völklingen nahmen 16 Personen teil. Diese Tradition wurde gepflegt bis in die Gegenwart. Im September 2014 trafen sich beide Clubs zur Karlsausstellung in Aachen. Karl der Große und die Residenz in Aachen verbinden die beiden Völker seit 1200 Jahren.

Zur Festigung der Freundschaft verlieh der Club den Paul Harris Fellow 1985 an einen großen Förderer der Partnerschaft: Louis Dumon. Am 22. Oktober 1996 besuchten Freunde aus Völklingen den Kontaktclub in La Bassée. Bei dieser Gelegenheit konnten die angereisten Freunde dem in der deutsch-französischen Freundschaft überaus engagierten Mitglied des dortigen Clubs L. Dumon anlässlich seines 80. Geburtstages die Ehrenmitgliedschaft des RC Völklingen verleihen. Dem folgte die Ernennung weiterer Mitglieder des RC La Bassée, und zwar am 20. Dezember 2000 Jean-Marc Willefert und am 23. April 2004 Jean-Louis Montagne. Umgekehrt wurden die Völklinger Freunde Helmut Hütten und Gerd Gross Membres d’Honneur in La Bassée.

Immer wieder waren es die Charterfeiern, die ihren Glanz auf die Freundschaft der beiden Clubs aus Frankreich und Deutschland warfen. Im Jahresbericht 1986 heißt es: Ein weiterer ganz besonderer Höhepunkt war die Teilnahme zahlreicher Freunde mit ihren Damen an der 25-jährigen Charterfeier unseres Kontakt-Clubs in La Bassée. Das feierliche Diner mit zahlreicher internationaler Besetzung gab einen unvergeßlichen Rahmen für dieses Jubiläum. Zum Ausgleich für das Feierliche gab Präsident Carle am nächsten Vormittag einen gemütlichen Empfang, auf dem es besonders herzlich und persönlich herging. Die Freundschaft mit La Bassée kann daher als ein wichtiger Bestandteil unseres Clublebens angesehen werden.

Die Idee einer Partnerschaft mit dem RC Twickenham

Neben der sich schon sehr früh anbahnenden Freundschaft zum Rotary Club La Bassée versuchte der Völklinger Club, weitere Partnerschaft en anzustreben, u.a. mit dem englischen Rotary Club Twickenham im Stadtteil London Borough of Richmond upon Thames im Südwesten. Wieder war die Kontaktaufnahme ein Verdienst von Helmut Hütten als dem Vorsitzenden des Internationen Dienstes. Hans Baldauf warb dagegen für eine Vertiefung der Kontakte zu La Bassée, um sich nicht zu verzetteln.

Vom 19. bis 20. Mai 1979 fand in Reims in der Champagne ein internationales Freundschaftstreffen mit dem Kontaktclub La Bassée/Frankreich, dem RC Twickenham/England und dem RC Ekloo/Belgien statt. Im Jahr 1987/88 nahm Andreas Neutzling an einem Jugendaustausch mit dem RC Twickenham teil. Das ist die letzte im Archiv belegte Begegnung der beiden Clubs.

Kaminabende mit dem RC Forbach

Wann der erste Kaminabend stattfand, ist nicht überliefert. Anfangs gestaltete der Club seine Kaminabende unter sich, so den zweiten am 24. November 1976 im Haus Trockle. Dann aber wurden die Kaminabende mit dem französischen Club Forbach zu einer gelungenen Gelegenheit des internationalen Austausches. Erstmalig in der Geschichte unseres Clubs führten wir Anfang Januar einen grenzüberschreitenden Kaminabend durch: Unser Nachbarclub Forbach hatte insgesamt sieben Kaminabende, unser eigener Club 6 vorbereitet, an denen jeweils 2-3 Freunde aus Forbach und Völklingen mit ihren Damen beteiligt waren.

Zu diesen besonderen Gelegenheiten traten regelmäßige Treff en in den Wochenmeetings, etwa der Besuch der Völklinger Freunde Eberhard Krauss, Rolf Oldewage, Joachim Redeker, Gerd Rumschöttel und Hans Trenz am 25. April 1983. Der Rotary Club Forbach wusste das Völklinger Interesse zu schätzen. Zwei Völklinger Freunde besuchten die Charterfeier des RC Forbach. An der deutsch-französischen Grenze im „Chez Abdallah“ in Schöneck wurde ein gemeinsames Meeting mit Damen veranstaltet. Past President de Guili unterstrich als besonderes Anliegen den Wunsch, daß mit diesem Meeting – dem ein Besuch des damaligen Vorstandes des RC Völklingen im April 1983 vorausgegangen war – die Beziehungen zwischen beiden Clubs im Sinne echter rotarischer Freundschaft vertieft und auf eine breitere Basis gestellt werden sollten.

Als schließlich ein grenzübergreifender Club Forbach-Goldene Bremm gegründet werden sollte, standen die beiden Clubs in Forbach und Völklingen trefflich Pate.

Die Beziehungen zum Lions Club Völklingen

Es mag verwundern, aber der Lions Club Völklingen und der Rotary Club Völklingen haben sich nie als Konkurrenten verstanden. Am 25. April 1979 besuchte der Lions Club den Rotary Club zum ersten Mal. Präsident [Heinz] Steinlein begrüßt sehr herzlich die Herren des Lions Clubs Völklingen und betont, daß beide Clubs ja ähnliche Ideale und Zielsetzungen hätten. Er hofft, daß nach diesem ersten Beisammensein man sich näher kennenlernen möge und man für die Zukunft auch gemeinsame Aktivitäten entfalten können. Daraus entwickelte sich der Wille, jährlich einander im Wechsel zu besonderen Themenabenden zu besuchen. Aber auch diese schöne Sitte zeigte in der Praxis bald Ermüdungserscheinungen, und so bedurfte es 1982 neuer Impulse: Der Präsident des Lions Club Völklingen, Herr [Manfred] Holtschmit, betont in seiner Begrüßungsrede, daß nach einigen Jahren ohne Kontakte die beiden Clubs sich zum ersten Mal wieder zu einer Veranstaltung treffen. Er lädt den Rotary Club zum Konzert des Lions Club (Gruppe ‚Espe‘: Jiddische und altdeutsche Lieder) am 20.11.1982 im Knabengymnasium Völklingen ein. […] Der Präsident des Rotary Club Völklingen, Freund [Rolf] Oldewage, dankt für die Einladung, die freundschaftliche und gastliche Aufnahme, geht kurz auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Clubs ein und lädt den Lions Club zu einem Gegenbesuch ein. Der obligate Wimpelaustausch schließt sich an.

Ein Höhepunkt dieser Partnerschaft über die Clubgrenzen hinweg war der Besuch des Trierer Bischofs Dr. Hermann Josef Spital, der zum Thema ‚Ist die Kirche noch zeitgemäß?‘ sprach. Zahlreiche Freunde beider Service-Clubs folgten der Einladung.

Die Beziehungen zum Inner Wheel Club Saar

Der Inner Wheel Club Saar wurde im Juni 1983 gegründet.202 Gründungspräsidentin war Gabriele Grimminger, die 1989/90 auch Distriktspräsidentin war. Inner Wheel ist Mitglied der Service-Organisation International Inner Wheel, als weltweit organisierte Frauenvereinigung von den Vereinten Nationen anerkannt. Joachim Redeker, Präsident des Völklinger Rotary Clubs im Gründungsjahr von Inner Wheel Saar, warb für den Beitritt der Ehefrauen der Völklinger Freunde. Der Präsident teilt mit, daß der ‚Inner Wheel Club Saar in Gründung‘ unserem Club mitgeteilt hat, daß am 29.06.1983 die Gründungsversammlung dieses Clubs stattfand und daß alle Ehefrauen und Witwen von Rotariern, die im nächsten halben Jahr diesem Club beitreten, automatisch Gründungsmitglieder werden. An die Präsidentin dieses Clubs, Frau Gabriele Grimminger, wurden vom Präsidenten die Glückwünsche unseres Clubs zur bevorstehenden Gründung ausgesprochen.

Der Völklinger Rotary Club pflegte und pflegt bis heute ein gutes Verhältnis zum Inner Wheel Club Saar; immerhin waren mehrere Präsidentinnen des Inner Wheel Clubs Frauen Völklinger Rotarier: 1983/84 und 2007/08 Gabriele Grimminger, 1986/87 Brunhilde Krauss, 1987/88 Ute Rosenstock, 1991/92 Elfriede Waldenmaier, 1999/2000 Gisela Werner, ebenso beide aus dem Inner Wheel Club Saar stammenden Distriktspräsidentinnen (1989/90 Gabriele Grimminger und 1993/94 Ute Rosenstock).

Der Inner Wheel Club Saar entwickelte dabei seine eigenen Schwerpunkte. Im Halbjahresbericht für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1988 heißt es dazu: Der Inner Wheel Club Saar veranstaltete am 17.01.1988 in Dillingen sein zur guten Tradition gewordenes Heringsessen, zu dem sich diesmal über 100 Teilnehmer einfanden, die sich über die gute Vorbereitung und die Gastfreundschaft, die uns in Dillingen zuteil wurde, freuen konnten. Der Präsident [Fritz Geisler] hat dem Inner Wheel Club für diese hoch eingeschätzte Bemühung gedankt. Das Heringsessen bei Inner Wheel ist bis heute eine Benefizveranstaltung.