Der Wiederaufbau der NSDAP Völklingen nach der Rückgliederung

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Der Wiederaufbau der NSDAP Völklingen nach der Rückgliederung2017-12-15T12:28:47+00:00

Nach der Rückgliederung des Saargebietes am 1. März 1935 erfolgte keine sofortige Reaktivierung der alten NSDAPOrtsgruppen. Vielmehr bestand, nach der Aufl ösung der DF und der offiziellen Neubildung der Saar-NSDAP am 20. März 1935, lediglich die Ortsgruppe Völklingen, der die anderen ehemaligen Ortsgruppen als Zellen bzw. als Stützpunkte zugewiesen waren. Ortsgruppenleiter war Jakob Auler. Erst im Laufe des Monats Januar 1936 wurden drei weitere Ortsgruppen gegründet.

Rückwirkend zum 16. Januar 1936 wurde die eigenständige Ortsgruppe Obervölklingen ins Leben gerufen. Dieser waren der Heidstock und zunächst auch Fenne zugeteilt. Zum Ortsgruppenleiter der neuen Ortsgruppe wurde Alfons Gaffga bestimmt. Noch Ende Januar 1936 galt Fürstenhausen als Stützpunkt. Am 3. Februar 1936 verkündete der Völklinger Volksfreund, dass die Ortsgruppe Völklingen neu eingeteilt worden war. Ab diesem Zeitpunkt bestanden die beiden Ortsgruppen Völklingen-West, der Jakob Auler vorstand, und Völklingen-Ost, deren Führung Emil Nickleß (Eintritt in die NSDAP am 1. Mai 1932, Mitgliedsnummer 1.042.986) in die Hände gelegt wurde.285 Mitte Februar 1936 dürfte dann auch die Ortsgruppe Wehrden-Geislautern Bestand gehabt haben. Als der Völklinger Volksfreund von einer Gedenkfeier dieser Ortsgruppe berichtet, wird Hans Thies als Ortsgruppenleiter betitelt. Noch im November und Dezember 1935 lassen sich sowohl für Wehrden als auch für Geislautern eigene Stützpunktleiter nachweisen. Auch wenn Philipp Dörr im Juli 1935 als Ortsgruppenleiter von Wehrden bezeichnet wurde, dürfte es sich hierbei lediglich um einen Stützpunkt gehandelt haben. Den geringeren Zulauf in Wehrden und Geislautern zur NSDAP, wie er sich durch die späten Ortsgruppengründungen 1933 ausdrückte, dokumentiert auch die Tatsache, dass dort bis Ende der Naziherrschaft lediglich eine gemeinsame Ortsgruppe Bestand hatte. Insgesamt gab es seit Februar 1936 im Stadtgebiet fünf Ortsgruppen, an die sich 1937 die Einteilung der Stadtteile orientierte und deren Bezirksvorsteher meist durch den jeweiligen Ortsgruppenleiter gestellt wurden. Abgesehen von der Zuteilung des Ortsteils Fenne von der Ortsgruppe Obervölklingen zur Ortsgruppe Fürstenhausen, die im Rahmen einer 1936 durchgeführten Neuordnung der Blöcke und Zellen erfolgt sein könnte, wurden keine Änderungen in dieser Einteilung bis Kriegsende vorgenommen.

Somit kann lediglich in den Fällen Auler, Thies und Gaffga eine Kontinuität im Amt zur Zeit vor Bildung der DF 1934 nachgewiesen werden. Mit Philipp Dörr wurde ein ehemaliger Ortsgruppenleiter wenigstens als Stützpunktleiter in Wehrden eingesetzt.

Innerhalb Fürstenhauser NSDAP-Kreise gab es nach der Rückgliederung bis Ende des Jahres 1935 offenbar parteiinterne Auseinandersetzungen um die Führung der Völklingen unterstehenden Zelle. Die Rede ist von zwei bis drei Gruppierungen. Dieser interne Konflikt hatte bereits seit Zeiten der Deutschen Front bestanden. Einer der Streitpunkte bestand in der Auswahl des Zellenleiters und einiger übriger Amtswalter. Als Zellenleiter hatte die Partei den Oberpostsekretär Georg Wick (Postinspektor Wyck) bestimmt, mit dessen Ernennung Kreise um den Fürstenhauser Gemeindebeigeordneten und späteren Ratsherren Hermann Odon, der unter der Mitgliedsnummer 805.318 am 1. Dezember 1931 in die NSDAP aufgenommen worden war, und den SA-Mann Pohl unzufrieden waren, da ältere Parteimitglieder zuerst Anspruch auf den Posten hätten.